Die erste englische Woche der noch jungen Spielzeit läuft ganz nach dem Geschmack der „Loksche“. Gegen den Chemnitzer FC gab es einen spielerisch starken Auftritt, der im verdienten Heimerfolg mündete. Ganze sechs Wechsel nahm Jochen Seitz im Vergleich zum letzten Spiel vor: Maderer startete für Ziane, auch der Joker-Torschütze aus dem Zehlendorf-Spiel, Adetula, war zurück in der ersten Elf.
Keine 120 Sekunden dauerte es bis zum ersten Probstheidaer Jubeltornado: Einen hohen Ball aus der eigenen Defensive nahm Arcalean sehenswert am Sechzehner runter und überlupfte den Gäste-Schlussmann. Ein starker Treffer! Lok startete bärenstark, aber auch der CFC war aktiv: Weil ein Chemnitzer Spieler einen Steckpass auf der linken Seite clever durchließ, hatte Ekui ganz viel Platz. Von der Grundlinie brachte er den Ball in die Mitte, so Bozic an Naumann scheiterte, der sich groß machte (17.). Lok hatte durch Arcalean (14.) und Grözinger (21.) zwei Distanzschüsschen zu bieten, die Adamczyk im Chemnitzer Tor nicht vor Probleme stellten. Kurz darauf war der Schlussmann dann nicht mehr so souverän, eine Flanke faustete er zu kurz vor Adetulas Füße - dessen Schlenzer aus elf Metern ging übers Tor. Es war ein sehr munterer Mittwochabendkick: Chemnitz erwies sich als der bis jetzt stärkste Gegner in der noch jungen Spielzeit, erarbeitete sich eine Handvoll gefährlicher Offensivaktionen. Mit einer sehr robusten Zweikampfführung waren die Himmelblauen voll im Spiel. Aber auch die Lok machte ihr offensivstärkstes Spiel: Die Mannschaft präsentierte sich kombinationsfreudig, vor allem über den quirligen Cevis ging sehr viel.
Auch der zweite Abschnitt ging los wie die Feuerwehr, dich diesmal jubelte Blau-Weiß. Eine Flanke wurde zu kurz geklärt, aus elf Metern nahm T. Müller den Ball direkt. Naumann war bei dem Abschluss chancenlos (47.). Doch Lok ist eine Spitzenmannschaft. Und Topteams reagieren auf Rückstände sofort: Einen Eckball von Grözinger köpfte Maderer aus fünf Metern ins Netz (52.). Die erneute Führung durch den Goalgetter, dem ein echter Stein vom Herzen fiel. Es war sein erster Saisontreffer. Danach verflachte die eigentlich sehr ansehnliche Begegnung. Lok war sehr aktiv und hielt Chemnitz weit vom eigenen Tor weg, ohne selbst die großen Abschlüsse zu haben. Das gefährlichste war eine direkte Ecke, die Naumann über den Kasten wischte (75.). Mit Anbruch der Crunchtime kam nochmal Dramatik rein: Abderrahmane kam im Mittelfeld klar zu spät und traf einen Chemnitzer Spieler mit ausgestrecktem Bein voll am Sprunggelenk. Dafür sah Loks Mittelfeldmotor die rote Karte (81.). Es wurde nochmal eng, es wurde eine Abwehrschlacht. Doch die überragende Lok-Defensive köpfte und grätschte jede Angriffswelle weg. So stand nach 94 Minuten der vierte Sieg am Stück! Jawohl!
Jetzt kann jeder Lok-Fan beruhigt den Rest der Woche genießen – und am Sonntag geht’s gleich weiter. Die Messestädter gastieren beim FC Eilenburg, Anstoß ist 14 Uhr.
Tore: 1:0 Arcalean (2.), 1:1 T. Müller (47.), 2:1 Maderer (52.)
Torschüsse: 11 – 6
Ecken: 10 – 4
1. FC Lok Leipzig: Naumann - Dombrowa, von Piechowski (46. Stein), Wilton, Grözinger - Siebeck, Abderrahmane - Arcalean (79. Verkamp), Cevis (69. Maier), Adetula (88. Zimmer) - Maderer (69. Ziane)
Chemnitzer FC: Adamczyk - Pistol, F. Müller (67. Mergel), Bochmann, Ekui (84. Biven) - Eppendorfer (67. Rücker), T. Müller - Damer (46. Marx), Stockinger, Grimaldi - Bozic
Zuschauer: 5.665 (815 Gästefans)
Gelbe Karten: Dombrowa, Trainer Seitz (beide Lok), Bochmann, F. Müller, Bozic (alle CFC)
Rote Karte: Abderrahmane (81.)
Foto: Familie Bahrdt, Text: Hannes Ulrich