AUCH FCL FAVORISIERT KOMPASS-MODELL

Nach DFB-Arbeitsgruppe: „Aufstiegsreform 2025“ kämpft für Kompass-Modell

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Am vergangenen Mittwoch tagte die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingesetzte Arbeitsgruppe „Regionalliga-Reform“ zum fünften Mal in Frankfurt. Auf dem DFB-Campus kam die 13-köpfige Runde unter dem Vorsitz von Dr. Michael Vesper letztmalig zusammen. Über fünf Stunden wurde intensiv um mögliche Lösungsmodelle gerungen – mit weitreichenden Folgen für die Zukunft des deutschen Fußballs.

Im Mittelpunkt stand erneut die zentrale Frage, wie der seit 2012 bestehende strukturelle Konflikt gelöst werden kann: Vier Absteiger aus der 3. Liga stehen fünf Regionalliga-Meistern gegenüber – bei nur vier Aufstiegsplätzen. Damit bleibt jedes Jahr ein Meister aus dem Nordosten, dem Norden oder Bayern auf der Strecke.

Im Rahmen des Treffens verständigte sich die Arbeitsgruppe zwar einstimmig auf eine künftig viergleisige Struktur der Regionalliga. Am Ende eines intensiven Ringens stehen jedoch zwei völlig gegensätzliche Modelle, die nun den zuständigen DFB-Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden.

Zwei Modelle – eine Richtungsentscheidung für den deutschen Fußball

Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“, die mittlerweile von 70 Vereinen bundesweit getragen wird, positioniert sich klar: Sie unterstützt geschlossen das innovative Kompass-Modell. Dieses fand innerhalb der Arbeitsgruppe bereits eine Mehrheit im Meinungsbild und erfordert von allen fünf bestehenden Regionalligen Veränderungsbereitschaft.

Dem gegenüber steht das Regionen-Modell – ein seit Jahren diskutierter Ansatz, der im Kern auf eine Zerschlagung der Regionalligen Nordost, Nord und Bayern hinauslaufen würde. Damit würde ausgerechnet mit der Nordost-Staffel die zuschauerstärkste Liga im deutschen Regionalliga-Fußball auseinandergerissen.

Ein solcher Eingriff wäre strukturell rückwärtsgewandt, sportlich fragwürdig und gesellschaftlich wie politisch kaum vermittelbar – weil er mit dem Fußball-Osten erneut eine Region hart treffen würde, die bereits heute besonders unter den bestehenden Rahmenbedingungen leidet.

Tommy Haeder, Sprecher der Initiative „Aufstiegsreform 2025“
„Wir stehen jetzt an einem Punkt, an dem klar ist: Es geht nicht mehr nur um sportliche Fragen – es geht um eine politische Entscheidung für die Zukunft des deutschen Fußballs. Das Kompass-Modell ist der einzige Ansatz, der von allen Staffeln Veränderungsbereitschaft einfordert und den Fußball zusammenführt, statt ihn weiter zu spalten.“

Toni Wachsmuth, Geschäftsführer Sport 1. FC Lok Leipzig:
“Grundsätzlich ist es gut, dass die Reformgruppe einen klaren Anstoß geliefert hat, die aktuell unhaltbare und unsportliche Regelung durch ein besseres und vor allem gerechteres Modell zu ersetzen. Es wurde ein Ergebnis geliefert, worüber abgestimmt werden kann. Wir als 1. FC Lokomotive Leipzig sind ganz klar für das Kompassmodell, welches von fast allen Vereinen favorisiert wird und auch von einer klaren Mehrheit innerhalb der Arbeitsgruppe verabschiedet wurde. Es bietet viel mehr Vorteile als Nachteile und deswegen gilt es aus unserer Sicht, dieses Modell zukünftig umzusetzen. Eine komplette Zerschlagung der Regionalliga Nordost darf nicht infrage kommen. Es ist die attraktivste und interessanteste Regionalliga mit den meisten Traditionsvereinen und den mit Abstand höchsten Zuschauerzahlen. Wir werden auch weiterhin für eine saubere und gerechte Lösung im Sinne des Fußballsports einstehen.”

In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, welcher Ansatz sich durchsetzt. Die Initiative wird sich dabei geschlossen und mit Nachdruck für das Kompass-Modell einsetzen – als Kompromiss, der von allen Beteiligten einen Beitrag zur Reform verlangt und nicht einseitig zulasten einzelner Staffeln tiefgreifende Veränderungen erzwingt.

Veränderung für alle oder Zerschlagung einzelner Staffeln – so entscheidet sich die Zukunft der Regionalliga

Der deutsche Fußball steht an einem entscheidenden Punkt. Die vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt: So wie bisher kann und darf es nicht weitergehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass einer der beiden Vorschläge alte Denkmuster und bestehende Machtstrukturen fortschreibt. Ein solcher Weg ist bereits 2018 unter dem Namen „Wendelsteiner Vorlage“ krachend gescheitert. Die Reforminitiative lehnt das Regionen-Modell deshalb klar ab, weil es erneut zu einer massiven strukturellen Benachteiligung – insbesondere des Fußball-Ostens – führen würde. Das Kompass-Modell hingegen geht bewusst einen anderen Weg. Es steht für eine Lösung, die alle Regionalligen einbindet, Verantwortung fair verteilt und den Fußball zusammenführt. Getragen von Klubs, Fans und der gesamten Fußballbasis vereint es Fairness, Klarheit und eine echte Perspektive für einen gerechten Wettbewerb im ganzen Land.

So funktioniert das Kompass-Modell

Die vier Regionalliga-Staffeln werden künftig nicht mehr nach starren Verbandsgrenzen eingeteilt, sondern in jeder Saison flexibel nach den kürzesten Fahrtstrecken. Das hält Wege kalkulierbar und bewahrt regionale Duelle. Alle vier Meister steigen direkt in die 3. Liga auf – Aufstiegsspiele entfallen vollständig. Die Abstiegsregelung wird vereinheitlicht und hängt nicht länger von der regionalen Verteilung der Drittliga-Absteiger ab. Auch die bestehenden Aufstiegswege aus den Oberligen bleiben erhalten und sichern weiterhin die Durchlässigkeit im gesamten Ligensystem.

Die 10 wichtigen Punkte für das Kompass-Modell:

1. Meister müssen aufsteigen. Punkt.
Schluss mit Relegation und Zufall – sportlicher Erfolg wird endlich belohnt – in allen Regionalligen.

2. Keine Verlierer mehr – fairer Wettbewerb für alle.
Alle Regionalligen leisten ihren Beitrag – keine trägt die Last allein. Eine weitere strukturelle Benachteiligung einzelner Staffeln wäre sportlich falsch, gesellschaftlich untragbar und politisch kaum vermittelbar.

3. Echte Wettbewerbsintegrität statt Zufallsentscheidungen.
Aufstieg wird wieder auf dem Platz entschieden – Leistung zählt, nicht das System.

4. Die Basis steht hinter der Reform.
„4 Himmelsrichtungen – der Kompass gibt die Richtung vor“. Botschaften wie diese waren zuletzt bundesweit in den Stadien zu lesen. So viel Rückhalt aus den Fanszenen in ganz Fußball-Deutschland gab es selten zuvor. Diese Unterstützung ist eine historische Chance, um Vertrauen in die Institutionen zurückzugewinnen.

5. Klare Regeln statt jährlicher Unsicherheit.
Feste Auf- und Abstiegsstrukturen schaffen Verlässlichkeit für alle Viertliga-Klubs.

6. Gleiche Bedingungen für alle – echte Professionalisierung. Einheitliche Standards schaffen faire Zugangsbedingungen in allen Regionalligen und führen Schritt für Schritt zu einer professionellen Weiterentwicklung im gesamten Fußball-Unterbau. So wird der Abstand zur 3. Liga verringert.

7. Kurze Wege, kalkulierbare Kosten.
Einteilung nach Entfernung hält Fahrtstrecken wirtschaftlich und planbar – in allen Regionen.

8. Regionale Identität bleibt erhalten.
Derbys, Rivalitäten und Fan-Nähe bleiben das Herz aller Ligen.

9. Deutschlandweit gedacht – regional gelebt.
Flexible Grenzen verbinden den Fußball neu, ohne ihn zu entfremden.

10. Vier Ligen, eine starke Marke.
Die viergleisige 4. Liga in Süd, Ost, Nord und West eröffnet neue und stärkere Vermarktungspotenziale.

Jetzt zählt die Unterstützung der Basis

Haeder: „Jetzt braucht es maximale Unterstützung – von möglichst vielen Klubs, ihren Fanszenen und einflussreichen Fürsprechern in ganz Deutschland. Diese Unterstützung muss in den kommenden Wochen unüberhörbar und unübersehbar werden. Deshalb rufen wir alle dazu auf, jetzt Haltung zu zeigen und die Kräfte zu bündeln. Am Ende wird sich das Modell durchsetzen, das die größte Unterstützung hinter sich vereint. Genau deshalb braucht es jetzt von allen Seiten ein klares Bekenntnis zum Kompass-Modell.“

Jetzt geht es um die Entscheidung

Das Kompass-Modell ist ein echter Neustart. Kein Flickwerk mehr – sondern eine nachvollziehbare und transparente Lösung für die Zukunft des deutschen Fußballs. So rückt Fußball-Deutschland wieder zusammen – weil alle Teil der Lösung sind.
Als nächster Schritt sollen alle 90 Regionalligisten durch die Regionalverbände aktiv in den weiteren Prozess eingebunden werden. Der Deutscher Fußball-Bund teilte zudem mit, dass eine Qualifikationsphase erst zur Saison 2027/28 stattfinden soll. Ein mögliches neues Modell könnte somit frühestens ab der Spielzeit 2028/29 greifen.

Es stehen richtungsweisende Wochen bevor. Jetzt wird sich entscheiden, welcher Weg den deutschen Fußball künftig prägt.

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