Während der Partie des 1. FC Lok Leipzig gegen den FSV Zwickau im vergangenen Dezember kam es auf der Gegengerade des Bruno-Plache-Stadions zu einem schweren Fehlverhalten eines einzelnen Zuschauers, der einen mit Kiessplit gefüllten Plastikbecher vom Zuschauerbereich in Richtung der Gästebank geworfen hatte und dabei den Busfahrer des FSV Zwickau am Kopf traf. Der Betroffene trug eine Platzwunde davon und musste medizinisch versorgt werden. Das zuständige NOFV-Sportgericht hat nun ein Urteil verkündet: Aufgrund des unsportlichen Verhaltens wurde eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro verhängt - bis zu 1.600 Euro dieses Betrags können für sicherheitstechnische und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden.
Ursprünglich war eine deutlich höhere Strafe von 10.000 Euro angesetzt, was im Zuge der Verhandlung jedoch angepasst wurde. Das Gericht würdigte bei der Urteilsfindung insbesondere, dass der 1. FC Lok von Beginn an vollumfänglich zur Sachverhaltsklärung beigetragen hat, keine Schutzbehauptungen aufgestellt wurden und der Täter dank umstehender Fans und Security zeitnah identifiziert und der Polizei übergeben werden konnte. Zudem wurden vereinsrechtliche Maßnahmen, einschließlich eines Stadionverbotsverfahrens, unverzüglich eingeleitet. Wohlwollend wurde auch zur Kenntnis genommen, dass Lok selbst im nächsten Heimspiel gegen Hertha Zehlendorf die Gegengerade nur für Dauerkartenbesitzer öffnen wird. Das Gericht stellte jedoch klar: „Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass bei wiederholten und fortgesetzten unsportlichen Verhalten von Zuschauern künftig auch ein Ausschluss oder begrenzter Ausschluss der Öffentlichkeit in Betracht kommt.“
Martin Mieth, Geschäftsführer 1. FC Lok Leipzig
„Wir akzeptieren die Entscheidung des Sportgerichts und werden die verhängte Strafe sowie mögliche Konsequenzen zum Anlass nehmen, unsere Anstrengungen im Bereich Fan- und Stadionsicherheit noch weiter zu intensivieren. Ziel muss sein, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Der 1. FC Lokomotive Leipzig dankt allen konstruktiv Beteiligten für die gute Zusammenarbeit im Rahmen der Aufarbeitung dieses Vorfalls und wird weiterhin alles daransetzen, dass unser Stadion ein Ort des respektvollen und leidenschaftlichen Fußballs bleibt. Die Strafe sowie weitere entstandene Kosten werden wir versuchen, vollumfänglich auf den ermittelten Täter umzulegen.“














