Der 1. FC Lok hat sein Heimspiel gegen den BFC Preussen trotz guter Leistung mit 1:3 verloren. Die Hypothek einer frühen roten Karte wog einfach zu hoch, obwohl unsere Mannschaft einen unfassbaren Kampf ablieferte und alles gab.
Jochen Seitz musste seine Elf erneut notgedrungen verändern. Rühlemann, Öztürk und McLemore standen in der Startelf und vertraten den gesperrten Cevis, den erkrankten Kusic sowie den angeschlagenen Elsner, der auf der Bank Platz nahm.
Bitterer Start und sehenswerter Lupfer
Den großen, spielentscheidenden Moment gab es nach genau 64 Sekunden: Wilton kam im Mittelfeld einen Moment zu spät gegen Kühn und traf den Gegenspieler mit hohem Bein. Nach einer gefühlten Ewigkeit zückte Schiedsrichter Johannes Drößler dann glatt Rot, zur Überraschung aller auf dem Platz und zum Unmut aller Fans auf den Rängen. Eine sehr strittige Entscheidung, die das Spiel logischerweise prägte. Preussen hatte viel den Ball, Lok stand allerdings zunächst hinten sicher.
Die Mannschaft warf in der Folge kämpferisch alles rein, über den quirligen McLemore gab es immer wieder Entlastung. Adetulas Hammer faustete Käste-Keeper Albers weg (12.), McLemores Volley aus spitzem Winkel nach Fehler von Albers ging fast ins Tor (20.). Also: Lok hatte trotz Unterzahl zunächst die besseren Chancen! Beinahe aus dem Nichts trafen dann die Gäste doppelt. Einen Kopfball klärte Abderrahmane noch kurz vor der Linie mit dem Knie – doch den Abpraller stocherte Ramadan über die Linie (32.). Und damit nicht genug. Vier Minuten später wurde Brandt im Strafraum freigespielt und schlenzte die Kugel in die Maschen (36.).
Die bitteren Minuten verarbeitete unsere Mannschaft jedoch sofort und traf zwei Minuten nach dem Nackenschlag zum Anschluss: Einen kurzen Pass in den Rücken nahm McLemore sehenswert mit, zog in den Strafraum und überlupfte den herausstürmenden Albers. Das 1:2 perfekt zum Pausentee!
Schneller Nackenschlag zur Entscheidung
Alles war also noch drin für den zweiten Durchgang, der allerdings sehr ungünstig begann. Erneut war es Ramadan, der einen Abpraller über die Linie drückte – Naumann, der den Abschluss vom Strafraumrand vorher noch gut parierte, war chancenlos (48.).
Das 1:3 tat dem Spiel unserer Mannschaft keinen Abbruch. Jeder Einzelne trat heute motiviert auf, ackerte und warf sich leidenschaftlich in jeden Ball. Offensiv versuchte man viel, doch die Unterzahl und die schwindenden Kräfte machten sich bei 27 Grad irgendwann bemerkbar. Als der eingewechselte Elsner in der Nachspielzeit einen hohen Ball nicht Richtung Tor gedrückt bekam, stand die Heimniederlage gegen die Berliner fest.
Fazit: Es bleibt keine Zeit für Frust! Jetzt gibt es zwei Endspiele! Zuerst in Greifswald- die Partie ist nächste Woche Sonntag, am Muttertag. Anstoß im Volksstadion ist 14 Uhr. Alle hin – und nehmt zur Not die Mutter mit!
Und dann gibt es den Showdown im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg II.
Tore: 0:1 Ramadan (32.), 0:2 Brandt (36.), 1:2 McLemore (38.), 1:3 Ramadan (48.)
Torschüsse: 13 – 12
Ecken: 5 – 2
1. FC Lok Leipzig: Naumann – Zimmer, Wilton, Grözinger, Rühlemann (68. Dombrowa) – Abderrahmane – Verkamp (52. Böhm), Siebeck, Öztürk (52. Kang), Adetula – McLemore (71. Elsner)
BFC Preussen: Albers – Maric, Häusl, Stein, Meyer (78. Schröder) – Fontain, Brandt (88. Kireski), Ramadan (78. Götze), Butkovic – Kühn (78. Adekunle), Dikarev (63. Frank)
Zuschauer: 6.227
Gelbe Karten: McLemore, Böhm, Trainer Seitz, Co-Trainer Hintz (alle Lok), Stein, Brandt, Meyer (alle Preußen)
Rote Karte: Wilton (Lok/2.)
Foto: Familie Bahrdt, Text: Hannes Ulrich














