Bei perfektem Fußballwetter empfing der 1. FC Lok Leipzig den Halleschen FC im Bruno-Plache-Stadion. Trotz eines im Vergleich zum Derby stark verbesserten Auftritts und zahlreicher hochkarätiger Möglichkeiten blieb es am Ende beim torlosen Unentschieden.
Im Vergleich zur Vorwoche nahm Trainer Jochen Seitz eine Änderung in der Startformation vor: Linus Zimmer rückte für den verletzten Laurin von Piechowski in die erste Elf.
Protest, Großchancen und ein herber Ausfall
Die Partie begann mit einem ungewöhnlichen Bild: Nach dem Anstoß ruhte der Ball erst einmal. Beide Vereine setzten damit ein Zeichen für die Beschleunigung der Aufstiegsreform und machten deutlich, dass das „Kompass-Modell“ der einzig richtige Weg für die Zukunft ist. Sportlich legte anschließend die „Loksche“ furios los. Bereits in der 7. Minute wurde Djamal Ziane auf die Reise geschickt. Unser Kapitän setzte sich auf dem rechten Flügel gegen Schmedemann durch und bediente den mitgelaufenen Ayo Adetula flach im Zentrum. Adetula scheiterte jedoch am stark reagierenden HFC-Keeper Sven Müller, der per Fußabwehr klärte. Die folgenden 20 Minuten waren geprägt von intensivem Abtasten und harten Zweikämpfen im Mittelfeld, wodurch klare Torraumszenen zunächst Mangelware blieben. Stattdessen stand Schiedsrichter Rasmus Jessen im Fokus, der allein in der ersten Halbzeit fünf Gelbe Karten verteilte. In der 28. Minute verbuchte der 1. FC Lok Leipzig die nächste dicke Gelegenheit: Nach einer Ecke bekommt Cevis den Ball, den er rechts raus zu Jonas Arcalean spielt, dessen Flanke punktgenau den Kopf von Wilton fand – erneut war Müller zur Stelle. Lok blieb am Drücker: In der 33. Minute setzte Abderrahmane einen Freistoß perfekt über die Mauer, doch der Querbalken rettete für die Gäste. Kurz vor dem Pausenpfiff dann der personelle Schock: Jonas Arcalean fiel in einem Zweikampf unglücklich auf die Schulter und musste noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ausgewechselt werden.
Abnutzungskampf und eine furiose Schlussphase
In Durchgang zwei erwischte der HFC den besseren Start. In der 56. Minute hatte der Gast eine Doppelchance zur Führung: Kulke steckte auf Damelang durch, der aus kurzer Distanz an Andi Naumann scheiterte. Den Nachschuss von Hauptmann konnte Wilton im letzten Moment blocken. Danach entwickelte sich ein Abnutzungskampf. Beide Teams rieben sich in Zweikämpfen auf, wodurch der Spielfluss merklich litt. Insgesamt neun Gelbe Karten zeugten von der Intensität der Partie. Oft fehlte auf beiden Seiten die Präzision beim letzten Pass. In der 85. Minute hielten die Lok-Fans den Atem an, als Langhammer nach Zuspiel von Damelang im Strafraum zum Abschluss kam und das Leder an die Latte knallte. Dieser Weckruf löste eine dramatische Schlussphase aus. In der ersten Minute der Nachspielzeit schloss der eingewechselte McLemore nach einem Konter im Strafraum ab. Der Ball sprang Halili an die Hand, doch der Pfiff des Unparteiischen blieb zum Entsetzen aller Blau-Gelben aus. Lok warf nun alles nach vorne. Ein Freistoß vom ebenfalls eingewechselten Verkamp landete über Umwege erneut bei McLemore, der nach Tumult im Strafraum zwischen Langhammer und Müller vor dem leeren Tor jedoch nur den Pfosten traf. In der allerletzten Aktion des Spiels wurde es noch einmal spektakulär: Nach einer geklärten Ecke kam Abderrahmane zum Flanken. Diese wird ebenfalls zunächst von Halle geklärt, doch dann nahm Eren Öztürk den Ball aus dem Rückraum direkt – und traf das Lattenkreuz! Es war der Schlusspunkt einer Partie, in der das Glück heute nicht auf Seiten der Loksche stand.
Fazit: Die Derby-Niederlage wurde gut verarbeitet. Es war eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar. Während sich Halle phasenweise auf das Verteidigen konzentrierte, fehlte Lok am Ende das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. Mit dem Auftreten kann man mit viel Selbstvertrauen in die letzten vier Spiele der Saison gehen!
Die nächste Partie steigt am Freitagabend: Lok gastiert beim BFC Dynamo, Anstoß im Sportforum Hohenschönhausen ist um 19 Uhr. Karten gibt es in Berlin nur an der Tageskasse.
Tore: keine
Torschüsse: 10 - 7
Ecken: 4 - 4
1.FC Lok Leipzig: Naumann - Zimmer, Wilton, Kusic, Grözinger - Abderrahmane, Siebeck (76. McLemore), Cevis (85. Kabashi), Arcalean (45+2 Öztürk), Adetula (85. Verkamp) - Ziane (85. Elsner)
Hallescher FC: Müller - Löhmannsröben, Halili, Landgraf (71. Becker), Langhammer, Schmedemann (71. Kastul)- Hauptmann, Kulke (78. Wosz), Stierlin - Fahrko (46. Damelang), Hartmann (71. Ehrlich)
Zuschauer: 8.464
Gelbe Karten: Siebeck, Wilton, Cevis, McLemore - Landgraf, Kulke, Schmedemann, Halili
Text: Eric Beswer, Foto: Familie Bahrdt














