Trotz Halbzeitführung hat der 1. FC Lok sein Heimspiel gegen den ärgsten Verfolger aus Jena knapp mit 1:2 verloren. Über 10.000 Zuschauer sahen am Weltfrauentag eine ausgeglichene Partie, in der zwei Standardsituationen das Blatt zu Gunsten der Gäste wendeten.
Jochen Seitz brachte seine beste Elf auf den Platz: Grözinger und Abderrahmane waren zurück, auch Arcalean feierte nach Verletzungspause sein Comeback.
Choreo und Maderer mit Köpfchen
Die Kulisse war geschaffen für einen absoluten Fußballfeiertag. Mit einer beeindruckenden Choreographie feierte die Lok-Fankurve das 60-jährige Jubiläum des Clubs, die Mannschaft lief in schicken dunkelblauen Sondertrikots auf. Und auch sportlich ging es gleich heiß her. Nach einem tiefen Steckpass musste Naumann im Eins-gegen-Eins gegen Wähling retten (4.), kurz zuvor hatte Maderer knapp am Pfosten vorbeigeköpft. Danach neutralisierten sich beide Teams, es war trotzdem sehr umkämpft und energiereich. Nach einer halben Stunde übernahm Lok wieder das Zepter. Liesegang fischte einen starken Abderrahmane-Freistoß aus dem Winkel (33.), doch kurz darauf konnte der Schlussmann der Thüringer nichts mehr ausrichten: Maderer köpfte eine halbhohe Flanke in Goalgetter-Manier in die Maschen (37.). Danach verpassten es die Leipziger, noch vor der Pause nachzulegen – es blieb bei der knappen Pausenführung.
Standards entscheiden das Spiel
Jena kam mit deutlich mehr Energie und zwei neuen Spielern aus der Pause. Ein Freistoß des eingewechselten Lankford aus dem linken Halbfeld wurde lang und länger. Kein Bein, kein Kopf kam noch an den Ball, der schließlich ins lange Eck durchrutschte (47.). Nur drei Minuten nach dem Ausgleich wurde Adetulas Abschluss entscheidend von Schau abgewehrt und rutschte am Pfosten vorbei (51.). Das Publikum peitschte Blau-Gelb weiter nach vorne und es entwickelte sich eine echte Fußballschlacht. Für den zweiten Jenaer Treffer sorgte wieder ein Halbfeldfreistoß, den Lok nicht geklärt bekam. Naumann parierte zunächst grandios, danach landete der Ball am Pfosten. Der dritte Versuch von Oduah war dann drin (84.). Die knappe Führung verteidigte Jena dann bis zum Ende, hätte per Konter durch Prokopenko sogar erhöhen können, aber Naumann war zur Stelle.
Fazit: Am Ende steht eine bittere, knappe Niederlage im Topspiel. Dadurch rutscht Jena wieder näher an den Spitzenreiter heran. Nicht schön, aber auch kein Beinbruch – immerhin haben sich unsere Jungs in den letzten Wochen und Monaten auch ein gutes Punktepolster erarbeitet. Jetzt heißt es: Wunden lecken, aufrappeln und weiter Gas geben im Training und im Spiel – immer weiter für unseren Traum!
Nächsten Sonntag kommt die „Zwote“ von Hertha ins „Bruno“, Anpfiff ist 14 Uhr.
TICKETS FÜRS HERTHA-SPIEL BEKOMMT IHR UNTER DIESEM LINK
Tore: 1:0 Maderer (37.), 1:1 Lankford (47.), 1:2 Oduah (84.)
1. FC Lok Leipzig: Naumann – Dombrowa (56. Zimmer), von Piechowski, Wilton, Grözinger – Siebeck, Abderrahmane – Arcalean (62. Öztürk), Cevis (80. Maier), Adetula (80. Verkamp) – Maderer (46. Ziane)
FC Carl Zeiss Jena: Liesegang – Butzen, Reddemann, Hessel, Talabidi – Fritz (68. Weihrauch), Schau (60. Hehne) – Burmeister, Suljic (46. Lankford), Wähling (46. Prokopenko) – Oduah (90.+3 Hoppe)
Zuschauer: 10.181
Gelbe Karten: Abderrahmane, Zimmer (beide Lok), Fritz, Suljic, Schau, Liesegang
Foto: Familie Bahrdt, Text: Hannes Ulrich















