Was für ein Hollywood-Finish in der Filmstadt! Mit einem Last-Minute-Treffer erlöst Stoßstürmer Stefan Maderer alle blau-gelben Herzen und bringt Lok die nächsten drei Punkte. Das intensive Spiel auf Augenhöhe nahm dabei in den letzten 20 Minuten teils turbulente Wendungen.
Jochen Seitz schickte fast die gleiche Elf wie im Heimspiel gegen die kleine Hertha auf den Rasen. Nur Abderrahmane war nach Sperre zurück in der Startelf, Kabashi saß auf der Bank.
Vom Kampf geprägtes Spiel
Fast 4.000 Zuschauer sahen von Beginn an ein spannendes, stark umkämpftes Regionalliga-Spiel. Babelsberg schien motiviert und wollte den Spitzenreiter sichtlich ärgern, doch auch Blau-Gelb war da. Das Team war präsent in den Zweikämpfen und ließ defensiv nichts zu. Einzig nach vorne fehlte ein wenig die Genauigkeit, sodass Großchancen Mangelware blieben. Allerdings gab es aus der Distanz Gefahr: Adetula schoss zu zentral in die Arme von Heimschlussmann Babke (17.), Cevis verzog kurz vor der Halbzeit ein gutes Stück (45.). So blieb es folgerichtig beim torlosen Unentschieden.
Lok siegt in turbulenter Schlussphase
Die zweite Hälfte setzte nahtlos an den ersten Durchgang an, wobei die Potsdamer nun auch offensiv in Erscheinung traten. Ein Didoss-Solo blockte Wilton mit dem Kopf (46.), einen Abschluss von Müller fischte Naumann aus dem Eck (61.). Das Spiel war offen, Chancen gab es auf beiden Seiten. Die große Möglichkeit für Lok gab es nach 70 Minuten, als Adetula nach einem hohen Ball mit dem Rücken zum Tor das Spielgerät per Hacke auf den Kasten brachte – allerdings verhinderte der Pfosten den Einschlag. Nur fünf Minuten später war das Aluminium dann auf blau-gelber Seite: Cevis schlenzte die Kugel aus der Distanz aufs Tor, per Aufsetzer landete der Ball am Pfosten – und sprang von dort ins Tor. Die Führung, eine Viertelstunde vor dem Ende! Das Spiel wurde nun wild. Keine zwei Minuten später bekam Lok nach einer Ecke einen zweiten Ball nicht richtig verteidigt, die Kugel flipperte durch den Sechzehner. Naumann parierte noch gut, doch ausgerechnet Ex-Lokspieler Ogbidi staubte zum Ausgleich ab (76.). Das Spiel drohte nun zu kippen, doch Lok sollte die letzten zehn Minuten in Überzahl agieren dürfen. Bei einem Leipziger Gegenstoß stempelte Wegener Cevis‘ Fuß und sah vom Schiedsrichter dafür Rot. In Überzahl drückte Blau-Gelb auf den Siegtreffer und sollte sich belohnen: Die Babelsberger konnten einen langen Schlag nicht klären, Ziane konnte per Kopf ablegen. Maderer nahm die Kugel halblinks im Strafraum direkt und traf zum Siegtreffer (89.). Was für ein emotionaler Sieg!
Fazit: Die Mannschaft hat heute erneut gegen einen unangenehmen Gegner Widerstandsfähigkeit und die nötige Kaltschnäuzigkeit gezeigt, um die drei Punkte mit nach Leipzig zu nehmen. Nachdem das Team in den letzten beiden Spielzeiten im Karl-Liebknecht-Stadion als Verlierer vom Platz ging, gibt es nun wieder den Sieg! Zeit zum Ausruhen bleibt jedoch kaum, denn schon am nächsten Mittwoch kommt Hertha Zehlendorf ins Bruno-Plache-Stadion, Anstoß ist 19 Uhr.
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Tore: 0:1 Cevis (75.), 1:1 Ogbidi (77.), 1:2 Maderer (89.)
SV Babelsberg 03: Babke - Lang, Lessel, Silic (64. Bürger), Büch - Wegener, Schätzle (46. Ogbidi), Didoss - Postelt (46. Hasse), Queißer (64. Covic), Müller (88. Schulz)
1. FC Lok Leipzig: Naumann - Dombrowa, Von Piechowski, Wilton, Grözinger - Abderrahmane (90.+2 Kusic) - Arcalean, Siebeck, Cevis (85. Ziane), Adetula (78. Kang) - Maderer (90.+2 Kabashi)
Zuschauer: 3.888 (800 Lok-Fans)
Gelbe Karten: Müller (Babelsberg), Abderrahmane, Dombrowa (beide Lok)
Rote Karte: Wegener (Babelsberg)
Foto: Familie Bahrdt, Text: Hannes Ulrich














