In einem wilden Spiel im Greifswalder Volksstadion holt unser 1. FC Lok Leipzig einen hoch verdienten Punkt, verschenkt aber zwei weitere: Eine klare Feldüberlegenheit, 14:0 Eckbälle sowie ein deutliches Chancenplus reichten am Ende nicht für die drei Auswärtspunkte, weil wir in der Defensive in den entscheidenden Momenten patzten.
Unser Lazarett lichtete sich nur etwas. Zwar standen Ayodele Adetula und Jonas Arcalean wieder im Kader, kurzfristig fiel allerdings Innenverteidiger Jan Stein mit einem eingeklemmten Nerv aus. Für ihn rutschte Pepe Böhm in die Startelf.
Achterbahn in Hälfte Eins
Ein kühler Ostseewind gepaart mit Starkregen ab Anpfiff hielten unsere Elf nicht davon ab, von Beginn an voll da zu sein. Lok war präsent in den Zweikämpfen und kam durch starke Offensivkombinationen immer wieder in die gefährlichen Räume. Der Lohn folgte noch in der Anfangsviertelstunde: Dorian Čevis nahm die Kugel sehenswert an, indem er mit seinem rechten Fuß den Ball über seinen Gegenspieler lupfte, nur um dann mit links in die kurze Ecke abzuschließen (11.). Anders als erhofft gab die frühe Führung aber nicht die erhoffte defensive Sicherheit. Greifswald meldete sich nach 14 Minuten das erste Mal im Lok-Strafraum an und traf direkt zum 1:1. Ein Freistoß aus dem Halbfeld konnte nicht geklärt werden. Aus zentraler Position kam Kapitän Leipertz zum Abschluss, der Ball schlug in der linken Ecke ein. Und nur acht Minuten später kam es noch dicker. Ein einfacher Konter über zwei Stationen endete mit einem langen Schlag auf Seidemann, der eiskalt zur GFC-Führung einschob (22.). Greifswalds Plan – tief zu stehen und auf Konter zu lauern – ging bis dahin auf. Doch unsere Jungs zeigten eine starke Reaktion und blieben offensiv dran. Nachdem Djamal Ziane noch freistehend aus elf Metern neben das Tor schoss (34.) traf Alex Siebeck zum 2:2. Einen schönen Steckpass vom Čevis krönte der Mittelfeldmann mit einem kalten Schuss durch Jakubovs Hosenträger (39.). Und es kam noch besser: Fast Copy-and-Paste zum Treffer davor wurde diesmal Ziane mit einem Flachpass von Čevis gefunden, abgefälscht schlug die Kugel im kurzen Eck ein (41.).
Schnelles Gegentor und dauerhaftes Anrennen
Der Regen hörte in der Pause auf, der Torregen auf dem Platz allerdings nicht. Exakt 33 Sekunden nach Wiederbeginn traf der GFC erneut zum Ausgleich. Ein Abspielfehler führte zum Gegenstoß der Heimmannschaft, am Ende traf Stürmer Bokake aus kurzer Distanz (46.). Nach einer Stunde gab es dann einen schönen blau-gelben Moment: Jonas Arcalean, der seit letztem April wegen eines Schlüsselbeinbruchs ausfiel, feierte sein Comeback! Und mit ihm kam neuer Schwung rein. Lok dominierte jetzt wieder das Spiel und war das Team, was auf den Sieg drückte. Adetulas Schlenzer ging haarscharf vorbei (86.). Und auch seinen direkten Freistoß in der Nachspielzeit lenkte Jakubov irgendwie um den Pfosten (90.+2). So blieb es beim 3:3.
Fazit: Ein gutes Auswärtsspiel, bei dem sich das Team wiederum durch Unaufmerksamkeiten in der Defensive um den Lohn brachte. Aber sehen wir das Positive: Unsere Jungs waren über das ganze Spiel klar besser und auch mannschaftlich war ein echter Zusammenhalt zu erkennen. Deshalb: Genauso weiter machen und die Fehler abstellen - dann klappt es auch wieder mit drei Punkten!
Bereits am Mittwoch geht es zu Hause gegen den BFC Dynamo, Anstoß ist 19 Uhr.
TICKETS LOK vs. BFC
Tore: 0:1 Cevis (11.), 1:1 Leipertz (14.), 2:1 Seidemann (22.), 2:2 Siebeck (39.), 2:3 Ziane (41.), 3:3 Bokake (46.)
Torschüsse: 12 – 18
Ecken: 0 – 14
Greifswalder FC: Jakubov – Awuah (76. Pereira), Niemitz, Seidel, Semić, Sternberg (59. Schmökel) – Juckel (59. Hüther), Leipertz (68. Heim), Walchhütter – Bokake, Seidemann (68. Schößler)
1. FC Lok Leipzig: Duda – Böhm, Dombrowa, Rühlemann, Wilton – Kaiser, Schierack (72. Adetula), Siebeck, Öztürk (59. Arcalean) – Ziane (72. Bornschein), Cevis (90. Vuc)
Gelbe Karten: Schößler (Greifswald), Siebeck (Lok)
Zuschauer: 1.553 (248 Lok-Fans)
Foto: Familie Bahrdt, Text: Hannes Ulrich














