Der Traum bleibt zunächst ein Traum: Der 1. FC Lok Leipzig hat auch das Rückspiel um den Aufstieg bei den Würzburger Kickers verloren und spielt somit auch in der nächsten Saison in der Regionalliga Nordost.
Wenig Veränderungen in den Startaufstellungen beider Teams: Während FCL-Coach Jochen Seitz derselben Elf vertraute wie im Hinspiel, ersetzte Kickers-Trainer Michael Schiele den verletzten Thomann durch Meisel.
Lok macht das Spiel, Würzburg das Tor
Und auch das Spiel begann ähnlich wie am vergangenen Donnerstag. Ohne langes Abtasten ging es sofort ordentlich zur Sache – Lok mit Druck und um Spielkontrolle bemüht, Würzburg aus einer kompakten Defensive, aber nach Ballgewinn brandgefährlich. Die erste Chance hatte Bonga nach Ballverlust von Dorian Cevis für die Gastgeber, aber sein Schuss aus 16 Metern strich rechts am Tor vorbei. Wenig später Lok mit zwei großen Möglichkeiten, aber Eren Öztürks Schuss aus 15 Metern (11.) und Lukas Wiltons Abschluss aus sechs Metern nach der anschließenden Ecke (12.) klärte jeweils Hägele in höchster Not.
Einen Schlag in die blau-gelbe Magengrube gab es nach einer halben Stunde: Bei einem im Ansatz zunächst verheißungsvollen Lok-Angriff ging der Ball in der gegnerischen Hälfte verloren. Würzburgs schneller Pass in die Tiefe erreichte Bonga auf dem rechten Flügel, der losmarschierte und auf Strafraumhöhe einen perfekten Pass in die Mitte spielte, wo Nischalke einen halben Schritt vor Filip Kusic zur Stelle war und zum 1:0 einnetzte. Es war ein Wirkungstreffer – die Kickers wenig später mit zwei guten Möglichkeiten aufs 2:0, aber Andreas Naumann parierte klasse gegen Omore (32.) und Nischalke (37.). Kurz vor der Halbzeit dann noch eine FCL-Chance, aber Dorian Cevis‘ Schuss aus 20 Metern zu zentral.
Erst der Ausgleich, dann die kalte Dusche
Die Partie in der zweiten Hälfte durchweg angepasst an die Ausgangslage: Lok brauchte zwei Tore, spielte konsequent nach vorne, kämpfte und biss, quetschte jeden Tropfen aus dem Tank. Würzburg wiederum setzte auf seinen kompakten Defensivblock, wollte die Blau-Gelben nicht ins Spiel kommen lassen und fightete ebenso, um den knappen Vorsprung zu halten. Nach einer Stunde eine Lok-Möglichkeit für Ayo Adetula, aber sein Schuss von halblinks ging am langen Pfosten vorbei. Hoffnung machte sich breit in Minute 71: Nach einem Einwurf der Gastgeber eroberte Lok den Ball, kombinierte sich schnell in den Strafraum, wo schließlich der eingewechselte Christoph Maier von links Kapitän Djamal Ziane bediente, der aus einem Meter vollendete. Der Kampf um den Aufstieg war wieder offen, aber die kalte Dusche gab es nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff: Lok konnte einen Kickers-Angriff nicht stoppen, im Strafraum fiel ein geblockter Schuss von Nischalke schließlich Cissé auf den Fuß, der aus zwölf Metern traf – auch weil Tobias Dombrowa unglücklich abfälschte.
Nun stürmte Lok mit Mann und Maus, warf alles nach vorne und wurde doch nicht belohnt. In der Nachspielzeit hätte es noch einmal richtig spannend werden können, als Kusics Schuss an die Unterkante der Latte wohl mit vollem Umfang hinter der Torlinie war – aber der ansonsten gute Schiedsrichter Jarno Wienefeld ließ weiterspielen.
Der Traum ging diesmal nicht in Erfüllung, aber wir können ihn weiter träumen
Niemand kann unserer Mannschaft irgendeinen Vorwurf machen. Wie schon im Hinspiel warfen unsere Jungs alles in die Waagschale, kämpften aufopferungsvoll, hauten sich in jeden Zweikampf, zerrten an den Ketten und versuchten unermüdlich, in der Offensive Gefahr zu entfachen. Trotzdem war in beiden Partien deutlich zu merken, dass gerade im Angriff wichtige Spieler schmerzlich vermisst wurden. So schafften die Kickers den Sprung in die 3. Liga, weil sie in den entscheidenden Situationen einen Tick zwingender, präziser und abschlussstärker waren und zudem mit Tarsis Bonga einen Mann in ihren Reihen hatten, der in dieser Form wohl nur ganz schwer zu stoppen ist.
So ging der Traum von der 3. Liga, dessen Erfüllung nun schon zum dritten Mal so nah war, wiederum nicht in Erfüllung. Das wird uns alle – Spieler und Staff, Mitarbeiter und Ehrenamtliche, Sponsoren und Unterstützer, Mitglieder und Fans – aber nicht umwerfen! Lasst uns einfach weiter träumen, lasst uns genau so weiter machen, lasst uns mit genau so viel Herzblut weiterarbeiten – dann wird unser Traum irgendwann wahr.
Tore: 1:0 Nischalke (30.), 1:1 Ziane (71.), 2:1 Cisse (72.)
Würzburger Kickers: Hipper - Omore, Farahnak, Hägele, Kurzweg - Kraus - Berisha (72. Cisse), Ochs, Meisel (77. Hämmerich) - Nischalke, Bonga
1. FC Lok Leipzig
Naumann - Dombrowa (80. Elsner) Wilton, Kusic, Grözinger (88. Rühlemann) – Öztürk, Cevis (46. McLemore), Abderrahmane, Siebeck (59. Maier) - Ziane, Adetula (88. Kang)
Zuschauer: 10.717 (2.000 Lok-Fans)
Gelbe Karten: Kurzweg (Kickers) - Grözinger, Siebeck, Kusic, Wilton (1. FC Lok)
Text: Carsten Muschalle, Foto: Familie Bahrdt














